Philulli ![]() Foto von Gabriele Nielsen Eine schöne Duo-Musik, traditionsbewußt - Mingus und Tristano wird Referenz erwiesen, mit vielen eigenen Einfällen; wer hätte schon gedacht, daß "Reincarnation of a Lovebird" mit zweistimmiger Barock-Polyphonie bruchlos zusammengeht? Viel Interaktion von "klassizistischer" Eleganz (unter weitgehendem Verzicht auf widerständlerische Wildheit), ein klares Klavierspiel mit Impressionismen und modalen Klängen ohne Süßlichkeit, walking lines in der Linken und leicht vertrackte Ostinati. Neu für mich Ulli Orth auf dem Bariton, aber gleich ausdrucksstark wie im höheren Register. Als Gustostückerln zwei pikante Textvertonungen! Eine Duo-Musik, durchdacht in der formalen Anlage im Spannungsfeld der vielen Möglichkeiten zeitgenössischer Jazzpraxis. von Dieter Glawischnig |
![]() CD Cover von Brygida Zielke |
Unter dem Namen Philulli sorgten Philipp Haagen und Ulli Orth für Furore in der hannoverschen Jazzszene in den späten 80er und 90er Jahren. Gemeinsam studierten sie an der HMTH in Hannover im Studiengang Jazz/Rock/Pop und beim Kontaktstudium an der Hochschule für Musik in Hamburg, wo sie genügend Gelegenheit hatten ihr gemeinsames Duoprogramm auszufeilen, welches sich natürlich im Bereich Jazz bewegte, also klassisch modern von Wayne Shorter aufwärts bis zu kammermusikalischen, auch von der modernen Klassik inspirierten Musik. Philulli wurde dreimal Preisträger im Jazzpodium Niedersachen und veröffentlichten eine CD. Die Kompositionen der beiden Akteure, insbesondere von Haagen standen im Vordergrund, der durch seine Tätigkeit in der Theatermusik diese Einflüsse in das Duo mit einbrachte. |
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Am 8. und 10.11.2024 hatten Philulli nach 26 Jahren Unterbrechung mal wieder zwei Konzerte, in der Tonhalle Hannover und beim Jazzfest Kassel im Kulturbunker (Shelter Sounds). zuletzt aktualisiert am 18.11.2024 |